Heute etwas anders: Gastbeitrag von Vanessa

Hallo alle miteinander,
Vanessa fragte mich, ob ich denn einen Text von ihr auf meinen Blog stellen würde. Ich fand die Idee toll und habe mich somit entschieden, Gastbeiträge online zu stellen. Wer das gerne machen möchte kann mir einfach eine Mail schreiben (cata96@schallimuvi.de)

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen

Ende

Der Wind weht leicht. Das Wetter hat sich meiner Laune angepasst. Regen.
Meine Klamotten sind durchnässt. Kleine Rinnsale fließen meinen Rücken hinab. Vor mir ist der Abgrund. Alles dort unten ist ganz klein. Auf der schmalen Straße sind nur zwei bis drei Regenschirme zu sehen. Niemand wird hochschauen. Niemand schaut in den grauen Himmel. Meine Hände zittern. Die Adern, sie haben sich blau abgesetzt. Ich friere. Meine Haut ist blass geworden. Ein letzter Blick in die Tiefe. Dann ein Schritt. Dann endloses Fallen. Alles ist um die Hälfte der Zeit verringert. Ich sehe meine Hülle in den Fenstern des Hochhauses. Meine Augen liegen in tiefen dunklen Höhlen. Ich bin ein Wrack.

Ich war ein Wrack.



Gericht

Wenn alle bösen Menschen vom Tod hingerichtet werden würden, wären nicht mehr als 700 Menschen auf der Erde. Denn die Definition von böse ist vielfach auslegbar. Vielleicht auch weniger als 700.
Es müssen Menschen sein, die nie Hass erfahren haben, welche rein und einsam aufgewachsen sind.
Sozusagen abgekapselt ruhend in sich selbst.
Hass, Gier und Unwissenheit zerstört das Gute in einer Seele und färben diese in tiefen schwarz.



Stiller Schmerz

Es regnet. Das Wasser dringt in mich ein. Um meinen Füßen bis zu meiner Krone durchfließt es mich. In voller Kraft strecke ich meine Arme aus. In meinen Armen flüchten sich zwei Kinder. Der Regen verschärft sich. Die Kinder drängen sich in meinen hohlen Bauch. Sie reden viel. Ich verstehe sie nicht. Sie sprechen nicht meine Sprache.
Nach längerer Zeit - es regnet immer noch - verließ eines der Kinder mein Inneres. Es greift nach meinen Händen. Mit schnellen Griff brach es meine Finger, einen, zwei, drei... Es wollte nicht aufhören. Ein Schrei entfährt mir. Niemand kann mich hören. Ich konnte nichts tun. Bin gefesselt. Mit mehreren zerbrochenen Fingern drang es wieder in meinen trockenen Bauch. Das zweite Kind scheint sich zu freuen.
Ja lach nur, freue dich, lab dich an meinen Schmerzen. Das ältere Balg, welches mich so verletzt hat, zückte ein Feuerzeug. Es legte meine Finger auf den Boden und zündete sie an.
Warum? Warum tun sie das? Kennen sie die Folgen nicht?
Die Kinder schreien. Sie sehen nun was sie taten. Kreischend fliehen sie in den Regen. Weg von den tödlichen Feuer. Der Schmerz durchwächst mich von den Wurzeln bis zu den Blättern. Die Flammen umringen mich.
Lange brennt meine Haut und am Ende bleibt nicht mehr als Asche.


Wow. Mich hat es erschreckt. Es ist erstaunlich was ich zwischen den Zeilen gelesen habe. Hinterlasst doch einen Kommentar, wie es auf Euch gewirkt hat. Ich würde wirklich gerne wissen, wie es bei Euch beim Lesen war. 


 

1 Kommentar:

  1. Sehr interessant, was so alles in Vanessa steckt. Schön geschrieben und hat mich sehr überrascht. Weiter so, warte auf die nächsten Geschichten...

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Schön, dass du ein paar liebe Worte dagelassen hast, ich freue mich sehr darüber <3

Alles Liebe, Caterina

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