[Rezension] Das Mädchen mit dem Herz aus Gold von Kelly Barnhill



         Titel: Das Mädchen mit dem Herz aus Gold
         Autor: Kelly Barnhill
         Altersempfehlung: ab 10
         Übersetzer: Ilse Layer
         Seitenanzahl: 384
         Reihe: Einzelband
         Preis: 16,00 € [D]
         ISBN: 978-3-7373-5680-0
         Verlag: Fischer Verlage












  Inhalt


Die allerwichtigste Eigenschaft von Märchenprinzessinnen ist es, schön zu sein (was für ein Unsinn!). In dieser Geschichte jedoch ist alles anders. Prinzessin Violet ist vieles: großherzig, mutig und gerecht. Nur schön ist sie nicht. Böse Zungen streuen Zweifel: Kann ein solches Mädchen die rechtmäßige Prinzessin sein? Eines Tages entdeckt Violet im Schloss eine geheime Kammer. Seit ewigen Zeiten schlummert hier ein verbotenes Buch. Wer es liest, weckt ein böses Wesen auf: den Nybbas. Violet kann der Magie des Buches nicht widerstehen und befreit den Nybbas aus seinem Gefängnis. Er bietet der Prinzessin einen Handel an: ewige Schönheit gegen einen klitzekleinen Gefallen. Als ob so etwas jemals gut gegangen wäre … (Quelle: Fischer Verlage)



 

 Meine Meinung zum Buch


Gestaltung:  Die Autorin Kelly Barnhill hat mich im vergangenen Jahr mit ihrem Debüt "Das Mädchen, das den Mond trank" mehr als nur begeistern können. Ihrer poetischen Schreibkunst war ich vom ersten Moment an verfallen. So führte quasi kein Weg daran vorbei auch das neuste Buch "Das Mädchen mit dem Herz aus Gold" zu lesen. Optisch sprach mich dieses neue Werk direkt an und versprach eine Geschichte mit einer düsteren Atmosphäre. Umso gespannter war ich, wie mich die Autorin hier begeistern kann. Im Nachhein muss ich jedoch zugeben, dass das Cover aus meiner Sicht ein Tick zu viel verspricht, bzw. etwas ganz anderes.

Einstieg: Kelly Barnhill beginnt hier augenblicklich mit der Geschichte. Auffällig ist hierbei die Art und Weise, denn der Leser wird von Beginn an direkt angesprochen. So hatte ich gleich eine besondere Verbindung zum Buch, da ich quasi durchweg in die Geschichte integriert wurde. Das ganze Buch ist wie eine Art Märchen aufgebaut, so wird der Leser nicht direkt in die Handlung geworfen, sondern erfährt zeitlgeich die Vorgeschichte der eigentlichen Geschichte. Insbesondere von unserer Protagonisten Violet. Dies gefiel mir sehr gut, denn so hatte ich gleich zu Beginn einen wunderbaren Überblick. Jedoch konnte ich die Figuren gerade im ersten Drittel sehr schwer greifen, da alle beinahe zur selben Zeit vorgestellt wurden.

Charaktere:  Wie eingangs bereits erwähnt wird dem Leser eine Art Vorgeschichte dargelegt. Dadurch konnte ich vor allem gewisse Umstände und Verhaltensweisen der einzelnen Figuren gut verstehen und nachvollziehen. Ähnlich einem Zeitraffer lernt der Leser die Prinzessin Violet von der Geburt bis zum 13. Lebensjahr kennen. Sie ist ein wissbegieriges, neugieriges und aufgewecktes Mädchen. Am liebsten spielt sie mit ihrem besten Freund seit Kindertagen Demetrius, tobt durch das Schloss, entdeckt geheime Orte und lauscht am liebsten den Geschichten von Cassian dem Geschichtenerzähler. Bis sie eines Tages aus der geheimen Bibliothek ein Buch entwendet und dabei ungeahnte Kräfte freisetzt. Ich brauchte tatsächlich eine ganze Weile, ehe ich wirklich einen Bezug zu ihr erlangen konnte. Leider ging es mir mit den anderen Figuren nicht anders. Eine Vielzahl an Figuren haben hier ihren Auftritt, jedoch verschwammen mir gerade die Nebenfiguren zu einer Masse. Nur sehr schwer konnte ich diese Figuren auseinanderhalten, geschweige denn einschätzen, wie bedeutend sie für den weiteren Verlauf der Geschichte sein könnten. Bei der Menge der Figuren, wäre eine Art Glossar nicht schlecht gewesen. Durch den fehlenden Bezug zu den Figuren, wurde meine Lesefreude an manchen Stellen sehr gehemmt, was ich sehr schade fand.

Handlung:  Von der Grundidee war ich bereits im ersten Moment angetan. Eine verbotene Geschichte, die durch die Hände von zwei Kindern ungeahnte Kräfte freisetzt, klang definitiv vielversprechend. So freute ich mich ungemein, was Kelly Barnhill hier gezaubert hat. Durch die Vorgeschichte erlangte ich einen guten Überblick über das Leben der Figuren. Wie ich es bereits kannte, war auch hier eine unterschwellige Spannung im gesamten Buch zu spüren. Gerade die ersten Kapitel begannen sehr vielversprechend, auch wenn es bedingt durch die Erzählart nicht immer einfach war, der Geschichte gänzlich zu folgen. Kelly Barnhill bringt hier viele Elemente in die Handlung mit ein, die die Spannung teils auch voranbringt, leider war mir das an manchen Stellen zu viel, so dass mir allmählich der Überblick verloren ging. Generell sprang der Funke nie ganz über, was ich unglaublich schade fand. Denn das Potenzial war definitiv vorhanden und es hätte eine so schöne Geschichte werden können. Leider konnte dieses sich aus meiner Sicht nicht komplett entfalten. Das Ende kam mir leider auch ein wenig gehetzt rüber und ich tat mich recht schwer, alle Ereignisse einzuordnen. Die unterschwelligen Botschaften verliehen dem Buch wiederum das ganz besondere, was ich bereits aus ihrem Debüt kannte und liebte.

Schreibstil: Kelly Barnhill hat eine poetische Schreibader, was ich an ihren Geschichten immer ganz besonders mag. Auch hier kommt dies immer mal wieder zum tragen. Zudem verpackt sie ganz wichtige Botschaften wie Selbstliebe, Freundschaft und Zusammenhalt wunderbar in ihre Geschichte, so dass mir hin und wieder ein Seufzer entwich, wie schön es doch wäre, wenn wir diese Werte in unserer Gesellschaft hätten. An die Erzählart musste ich mich zunächst gewöhnen, dadurch, dass der Leser fast durchweg Teil der Geschichte war, in dem er direkt angesprochen wurde, hatte mich "Das Mädchen mit dem Herz aus Gold" immer an ein Märchen erinnert. Hin und wieder werden einzelne Szenen besonders hervorgehoben. Oft kam es auch vor, das der Erzähler in den Ereignissen hin und herspringt. Gerade für jüngere Leser stelle ich mir dies sehr schwer vor, so der Geschichte zu folgen.

 

 

Mein Urteil 


Kelly Barnhill hat mit "Das Mädchen mit dem Herz aus Gold" einen soliden Roman geschrieben. Die Grundidee ist ganz wunderbar, und auch der Schreibstil ist hier wieder sehr besonders. Durch die poetische Schreibkunst sowie den versteckten Botschaften, verlieh die Autorin dem Buch genau dieses Besondere, was ich so sehr liebe. Auch kam hin und wieder eine mystische und düstere Atmosphäre auf. Leider bekam ich hier nicht gänzlich das Gefühl bzw. den Flair, den ich aus "Das Mädchen, das den Mond trank" kannte. Der Bezug zu den Figuren fehlte an manchen Stellen fast gänzlich, was oftmals meine Lesefreude hemmte.  Die vielen Ereignisse, die der Geschichte Spannung verliehen, waren für mich an manchen Stellen zu viel, so dass die Autorin nicht das gewünschte Ziel erreichte die Handlung voranzutreiben. Meine Erwartungen waren hier vielleicht etwas zu hoch gesteckt. Ich vergebe gute 3 von 5 Welten.


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Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. Eine Verlinkung zum Verlag und anderen Seiten dient informativen Zwecken

2 Kommentare:

  1. Hallo liebste Cata <3,

    wir haben ja schon festgestellt, dass wir bei unserer Meinung, was die Geschichte betrifft, einer Meinung sind. Mir erschien der gewählte Schreibstil dieses Mal nicht ganz so passend zur Story und auch fehlte mir bis gut zur Hälfte des Buches die Spannung, weshalb ich nur schleppend voran kam.

    Trotzdem möchte ich noch ein weiteres Buch von der Autorin lesen und hoffe, dass dieses wieder an "Das Mädchen, das den Mond trank" herankommt.

    Drück dich & liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallöchen mein Lieber <3,

      es ist wirklich schade, dass wir mit diesem Buch nicht so unsere Freude hatten und eben nicht die Kelly Barnhill erlebten, wie aus "Das Mädchen, das den Mond trank". Aber wir können da guter Dinge sein, dass bald wieder ein Buch kommt, was dem gewachsen ist. Dass die Autorin schreiben kann, wissen wir ja.

      Ich werde auch ein weiteres Buch von ihr lesen, einfach weil ich mit besagtem Buch ein Jahreshighlight hatte.


      Liebe Grüße,
      Cata

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Schön, dass du ein paar liebe Worte dagelassen hast, ich freue mich sehr darüber <3

Alles Liebe, Caterina


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