[Rezension] Dry von Neal & Jarrod Shusterman



         Titel: Dry
         Autor: Neal & Jarrod Shusterman
         Altersempfehlung: ab 14
         Übersetzer: Kristian Lutze, Pauline Kurbasik
         Seitenanzahl:448
         Reihe: Einzelband
         Preis: 15,00 € [D]
         ISBN: 978-3-7373-5638-1
         Verlag: Fischer Verlage













  Inhalt


Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr.
Niemand glaubte, dass es soweit kommen würde. Doch als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert nichts. Es kommt nicht ein Tropfen. Auch nicht bei den Nachbarn. In den Nachrichten heißt es nur, die Bewohner Kaliforniens sollen sich gedulden. Aber als das Problem nicht nur mehrere Stunden, sondern Tage bestehen bleibt, geduldet sich niemand mehr. Die Supermärkte und Tankstellen sind auf der Jagd nach Wasser längst leer gekauft, selbst die letzten Eisvorräte sind aufgebraucht. Jetzt geht es ums Überleben. (Quelle: Fischer Verlage)



 

 Meine Meinung zum Buch


Gestaltung: Beinahe seit der ersten Stunde bin ich ein Fan von der Schreibkunst Neal Shustermans. Als ich dann das erste Mal von "Dry" gehört habe, war die Neugier unmittelbar  da. Es klang nach einer Geschichte, die nicht nur bedrückend scheint, sondern auch der Gesellschaft einen Spiegel vor die Augen hält. Optisch ist das Buch eher schlicht gehalten, aber durch den Untertitel ist die beklemmende Thematik sofort greifbar. So führte also kein Weg an "Dry" vorbei und ich musste es unmittelbar nach dem Eintreffen lesen.

Einstieg: Der Leser wird förmlich in die Geschichte hineingeworfen, denn das Autorenduo beginnt ohne Unschweife mit der Tatsache, dass das Wasser in Alyssas Familie ausgeht. Durch diesen Einstieg schufen Neal und Jarrod Shusterman eine bedrückende Stimmung, die zugleich zum Nachdenken anregte. Schnell stellte ich mir die Frage, wie ich reagieren bzw. handeln würde, wenn plötzlich kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt. Anfangs denkt man zunächst, dass es schon nichts ernstes sein wird, denn Wasser gibt es ja ohne Ende. Allerdings ändert sich dies nach nur wenigen Seiten, denn aus einem Moment wird plötzlich ein Tag, aus einem mehrere, dass kein Wasser mehr fließt, und der Überlebenskampf steht bevor. Insgesamt gefiel mir der Einstieg sehr gut, denn so schuf das Autorengespann eine Grundstimmung, die nie so ganz aus der Geschichte verschwand.

Charaktere: Die Geschichte wird mal abwechselnd aus der Sicht von der 16-Jährigen Alyssa und dem etwas älteren Nachbarsjungen Kelton erzählt. Beide können nicht unterschiedlicher sein, während Kelton irgendwie schon immer ein Auge auf Alyssa geworfen hat, ist Kelton für sie nur der Durchgeknallte Junge, der sich auf die Apokalypse vorbereitet. Dass dies ihnen bald zu Gute kommen soll, ahnt Alyssa natürlich nicht. So kreuzen sich die Wege der beiden immer wieder, bis sie merken, dass sie nur zusammen überleben können. Als dann das Wasser endgültig zur Neige geht, selbst der Wasservorrat, den Alyssa mit ihrem Onkel mit Mühe und Not geholt haben, ziehen ihre Eltern los um Wasser zu suchen. Schneller als gedacht übernimmt Alyssa die Mutterrolle und kümmert sich um ihren 10-Jährigen Bruder Garret. Alyssa kam mir am Anfang recht naiv vor, dies änderte sich zum Glück im Laufe der Geschichte, so dass sie zügig zu einer taffen jungen Frau wird. Hin und wieder kam ihre jugendliche Naivität durch, die sie und ihre Freunde nicht nur einmal in ernsthafte Schwierigkeiten brachte. Kelton dagegen fand ich von Beginn an greifbarer. Er hat das Herz definitiv auf dem rechten Fleck. Interessant fand ich den Part von Garret, der durch seine kindliche Naivität und seinen Leichtsinn irgendwie immer ein kleiner Hoffnungsschimmer in der Welt ohne Wasser war. 

Handlung: In erster Linie setzen sich Neal und Jarrod Shusterman mit der Frage auseinander wie es ist, wenn von heute auf morgen eine der wichtigsten, wenn nicht sogar die wichtigste Ressource wegfällt. Dies haben sie ansatzweise sehr gut dargestellt. Gerade zu Beginn schufen sie dadurch eine sehr bedrückende Atmosphäre, die auf der anderen Seite zum Nach- bzw. Umdenken anregt. Ich hatte direkt ein schlechtes Gewissen, wenn mein Blick Richtung Wasserhahn ging. Auch wenn die Thematik ein unglaubliches Pensum an Dramatik bietet, so hat das Autorenduo dies aus meiner Sicht nicht durchgängig aufrecht erhalten können. War am Anfang noch ein wenig Apokalypsenstimmung da, so verändert sich die Geschichte und wird schnell ein Überlebenskampf. Dies fand ich auch nicht unbedingt schlecht, nur dadurch verloren die beiden aus meiner Sicht die Tatsache aus den Augen, wie wichtig Wasser eigentlich ist. So wurden Themen wie die Hygiene gar nicht wirklich berücksichtigt, was für mich neben dem Trinken ein sehr wichtiges Thema ist. Natürlich ist das Jammern auf dem höchsten Niveau und es muss für mich auch nicht bis ins kleinste Detail beschrieben werden, aber das hätte die Dramatik schon gesteigert. Gerade auch mit der Frage im Hintergrund, wie weit würden Menschen gehen, wenn es um den letzten Wasservorrat geht? Insgesamt fehlte mir die Dramatik. Viele Szenarien wurden nur erwähnt oder gar angedeutet, wo ich mir schon mehr gewünscht hätte. So wäre das ganze noch eindringlicher gewesen. Ein ganz großer Kritikpunkt ist das Ende für mich. Bis zu einem gewissen Punkt bin ich mitgegangen, allerdings bin ich mit der endgültigen Auflösung nicht einverstanden. Das Ende hat aus meiner Sicht die Ernsthaftigkeit des Themas rausgenommen, was ich sehr schade fand.

Schreibstil: Der Schreibstil des Autorenduos ist einnehmend, fesselnd und regt wie auch schon bei seinen anderen Büchern sehr zum Nachdenken bzw. Umdenken an. Wir in den Entwicklungsländern, die Trinkwasser so im Übermaß haben, dass wir damit sogar die Toilletten spülen, können uns gar nicht vorstellen, was es bedeutet wenig bis kein Wasser zu haben. So zeigen die beiden ganz bewusst auf den extremen Verbrauch bzw. sogar der Verschwendung des Wassers. Umso eindringlicher war es dann zu sagen, was ist, wenn uns morgen im wahrsten Sinne des Wortes der Hahn zugedreht wird. Neal und Jarrod Shusterman haben das aus meiner Sicht gut dargestellt, hätte für mich aber noch dramatischer sein können, so dass es eben nicht wie eine Fiktion, sondern wie die Realität wirkt. Ansonsten fliegen die Seiten durch den prägnanten Schreibstil nur so dahin.

 

 

Mein Urteil 

"Dry" von Neal und Jarrod Shusterman ist ein Buch, was unser Handeln hinterfragt und zum Nach- bzw. Umdenken einlädt. Die Thematik hielt mir immer wieder vor Augen, wie verschwenderisch wir eigentlich mit dem Wasser umgehen und vor allem wie selbstverständlich es ist, dass wir Wasser in Hülle und Fülle haben. Auch wenn mir dies insgesamt gut gefiel, hätte das Buch für mich ruhig noch dramatischer sein können, so dass es nicht wie eine Fiktion, sondern wie eine Tatsache wirkt. Gerade das Ende verliert aus meiner Sicht die Ernsthaftigkeit des Themas aus den Augen. Ingesamt fühlte ich mich dennoch gut unterhalten und durch den einnehmenden und fesselnden Schreibstil war ich schneller am Ende, als gedacht. Ich vergebe 4 von 5 Welten.

~~~~~~~~~~~~~~~~~

Neugierig geworden? Hier findet ihr weitere Meinungen:

Uwes Leselounge
MagicAlly Princess Book Dreams
Weltenwanderer 
Hörnchens Büchernest

~~~~~~~~~~~~~~~~~

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. Eine Verlinkung zum Verlag und anderen Seiten dient informativen Zwecken

Kommentare:

  1. Hallo Cata,

    meine Rezension zum Buch ist diese Woche auch endlich online gegangen :) Wir haben die Geschichte ganz ähnlich bewertet. Aus meiner Sicht verliert der Roman gegen Ende etwas seine Glaubwürdigkeit und fast alles findet sich zu einem Happy End. Für mich war das bei diesem Buch kein glaubhaftes Ende. Vorher hatte mir das Buch allerdings sehr gut gefallen!

    Liebe Grüße
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Instagram)

    AntwortenLöschen
  2. Hallo liebste Cata <3,

    über das Buch haben wir uns ja schon ausführlichst unterhalten, nachdem wir es gelesen hatten. Mit deiner Meinung, gerade was das Ende betrifft, bin ich absolut bei dir. Mir hätte es auch besser gefallen, wenn die Ernsthaftigkeit dieses Szenarios noch ein wenig drastischer gewesen wäre. Auch was die Charaktere betrifft, sind wir uns einig.

    Drück dich, liebe Grüße,
    Uwe

    AntwortenLöschen
  3. Hallo liebe Cata,

    eine tolle Rezension! Das Buch steht noch auf meiner Wunschliste, die Thematik klingt super interessant und sit auch durchaus irgendwie aktuell ... leider ... Schade nur, dass die meisten das Ende kritisieren und auch dir da ein wenig die Ernsthaftigkeit fehlt. :/ Aber Neil Shustermans Schreibstil mochte in "Scythe" schon auf jeden Fall. ^^

    Liebe Grüße ♥

    AntwortenLöschen
  4. Guten Morgen!

    Erstmal vielen Dank fürs verlinken! Freut mich dass dich das Thema auch so mitreißen konnte :)
    Das Ende, ja, das gefällt wohl vielen nicht so gut, aber ich fand es passend, einfach auch weil es ein Jugendbuch ist. Vom Gefühl her war es für mich richtig so.

    Liebste Grüße, Aleshanee

    AntwortenLöschen
  5. Huhu Cata-Schatz, <3

    auch über "Dry" haben wir uns ja ausführlich unterhalten und sind auch hier sehr einer Meinung. Das Szenario an sich ist grandios und vor allem Alyssa mochte ich sehr gerne. Das Ende ist mir auch zu happy und zu idyllisch, besonders auch in Bezug auf ihre Eltern. Es ist fast so, als wäre das alles nicht passiert. Toll geschrieben ist die Geschichte aber definitiv.

    Kussi,
    deine Ally <3

    AntwortenLöschen

Schön, dass du ein paar liebe Worte dagelassen hast, ich freue mich sehr darüber <3

Alles Liebe, Caterina


Mit dem hinterlassen eines Kommentars, erkennst du die Speicherung deiner Daten sowie eine eventuelle Nutzung durch Google oder andere Firmen an. Nähere Informationen dazu erhältst du in der DATENSCHUTZERKLÄRUNG (verlinkt).