[Ausgeplaudert] #1 - Gleiches Abi für alle: utopisch oder wirklich?

Hallöchen meine lieben Lieblingsmenschen,

Ich hatte schon eine ganze Weile vor, euch von meinen Erfahrungen bzgl. des Abis zu berichten, aber ich fand nie den richtigen Augenblick. Jetzt ist es an der Zeit euch von diesem Jahr genauer zu erzählen. Was fiel mir schwer, was war leicht? Was war gut? Was war schlecht? Und vor allem ist ein gleiches Abitur für alle in Deutschland einfach utopisch, oder kann man das tatsächlich umsetzen? All das versuche ich euch im kommenden Beitrag zu beantworten.

Abitur - was war gut? Was war weniger gut?


Im Mai 2015 schrieb ich meine Abschlussprüfungen. In dem Fall die Realschulprüfungen. Mit einem Durchschnitt von 1,6 schloss ich die 12. Klasse ab und erlangte somit die Eintrittskarte ins Abitur. Ich war zugelassen und konnte an der Freien Waldorfschule Magdeburg auch das Abi anstreben.

Anders als in anderen Schulen machte ich das Abitur in einem Schuljahr und nicht in zwei Jahren. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass diesbezüglich gleich mal eine gewisse Grundanspannung zu spüren war. Und diese Anspannung wurde im Laufe des Jahres noch intensiver.



Hier sind meine Fächer


Deutsch - LK (schriftlich)
Russisch - LK (schriflich)
Geschichte - GK (schriftlich)
Mathe - GK (schriftlich)
Kunst - GK
Physik - GK
Biologie - GK (mündlich)
Englisch - GK (mündlich)

Hier seht ihr meinen Stundenplan (Mo, Die und Fr von 8-9:45 noch Mathe und Mi und Do Kunst)
Großartig wählen konnte ich bei meinen Prüfungen nicht wirklich. Ich musste 4 Prüfungen schriftlich absolvieren. Dabei konnte ich nicht groß dran herumrütteln. 2 Prüfungen im Leistungskursniveau und zwei weitere im Grundkursniveau. Das war vorgesehen, auch die Fächer waren vorgeschrieben.
Zusätzlich standen uns am Ende des Jahres je noch mindestens zwei mündliche Prüfungen bevor, wovon eine aus der Naturwissenschaft sein sollte und die andere entweder Kunst oder Englisch. 

Ich sprach von 8 Fächern. Was ist dann nun mit den restlichen zwei? Tja, die fielen leider nicht vom Tisch runter. Hierbei gab man uns die Möglichkeit eine Anerkennungsklausur zu schreiben. Also konnte ich z. B. in Kunst und Physik eine solche Klausur schreiben und das Ergebnis mit ein paar anderen Zusatznoten zusammen ziehen und mir die daraus errechnete Note anerkennen. 
War ich mit dem Ergebnis unzufrieden, brauchte ich mir die Note nicht anerkennen, musste dann aber in die mündliche Prüfung gehen. Zusätzlich.

Also ihr seht, das System bei uns ist nicht ganz so leicht. Daher fiel mir das Jahr auch teilweise sehr schwer. Zusätzlich kommt hinzu, dass bei uns an der Schule nur die reine Prüfungsleistung zählt. Wenn man also am Tag der Prüfung durch Aufregung oder sonst etwas einen totalen Blackout hat und die Prüfung versemmelt, dann ist das halt so und diese Note gelangt auf das Endzeugnis.

Prüfungen - Angst vor dem Versagen und extreme Anspannung


Ende April schrieb ich in 7 Tagen vier Prüfungen und ihr könnt euch vorstellen, wie erleichtert ich war, als ich meine letzte Prüfung abgegeben habe.
Ich schrieb Deutsch und Russisch im LK also je 5 1/2 h von morgens um acht. Nach den beiden Prüfungen war ich schon fertig und war ganz froh, dass die nächste erst am Ende der Woche sein sollte. Geschichte ging für mich am meisten. Mathe dagegen war für mich von den Prüfungen mit am schlimmsten. Ich habe echt dafür gekämpft und es hat sich ausgezahlt. (10 Punkte, ich war so glücklich <3)

Und dann standen zwei Monate später auch schon die mündlichen Prüfungen auf dem Plan. Ich ging in Biologie und Englisch. Beides Fächer, die mir in dem Jahr ganz und gar nicht leicht fielen. Vor allem Englisch fiel mir sehr schwer. Die Ansprüche waren in beiden Fächern sehr hoch und ich hatte wirklich Schwierigkeiten dem gerecht zu werden. 

Zuerst war Bio für mich dran. Die Wochen vorher habe ich so intensiv gelernt, dass ich nur noch die Zellatmung, Fotosynthese und andere bio-chemische Prozesse im Kopf hatte.  Und ich sage euch. Ich hatte so ein Glück mit dem Thema! Der erste Prüfungsteil lief super, auch wenn ich alles ziemlich runtergerattert habe und hin und wieder einen nervösen Blick auf die Uhr geworfen habe. Das Prüfungsgespräch lief dagegen gar nicht gut, aber ich hatte es tatsächlich überlebt und sogar 11 Notenpunkte (sprich eine 2) bekommen. Ich war so erleichtert als ich meine Rose bekommen habe und aus dem Raum spaziert bin! 

Aber Englisch stand mir noch bevor. Die Sprache liegt mir nicht so wirklich. Also eigentlich gar nicht. Ich verstehe es zwar, kann aber nicht darauf antworten. Ich weiß zwar was ich sagen muss, aber mir fehlen dann oft die Worte. Naja irgendwie musste ich die letzte Prüfung auch noch überleben. 
Diese lief ebenfalls erstaunlich gut! Und ich habe sowohl diese Prüfung, als auch das gesamte Abitur bestanden. Immerhin 06 Punkte also eine 4 waren drin. Aber ich bin so knapp an der 3 vorbegerutscht -.- Da habe ich mich schon sehr geärgert.

So viel zu meinen Erfahrungen. Ich kann euch sagen, dass ich unglaublich stolz auf meine Leistung bin, auch wenn es bei weitem kein 1,0 Abi ist. Insgesamt habe ich einen Durchschnitt von 2,4 erreicht. Und ich bin wirklich sehr stolz drauf! Nochmal würde ich das Jahr allerdings nicht machen. 


Unterschiede zu anderen Bundesländern

  • In Sachsen-Anhalt haben wir 4 schriftliche Prüfungen, z. B in Hessen nur 3
  • alle Waldorfschüler in Sachsen-Anhalt müssen in min. 2 mündliche Prüfungen
  • somit haben wir 6 Prüfungen, staatliche Schulen nur 5 und in anderen Bundesländern teilweise nur 4 
  • Waldorfschüler absolvieren das Abitur in einem Jahr
  • bei uns zählte nur die Prüfungsleistung
  • wir konnten keine Fächer abwählen (was ich mir manchmal sehr gewünscht hätte)

Gleiches Abi für Alle - Utopie oder doch möglich?


Sollte es irgendwann tatsächlich so sein, dass wir in Deutschland ein annäherndes Zentralabi haben, dann finde ich, dass alle anderen Bundesländer an das schwerste Niveau angepasst werden sollten. Denn ich fände es irgendwie nicht so angebracht, wenn das Niveau z. B. Bei uns heruntergeschraubt wird. Klar, ein Mittelding zwischen dem leichtesten und schwersten Abitur wäre schon angebracht, aber ich persönlich sähe lieber ein schweres Abi als ein leichteres. 

Warum? Das kann ich euch erklären.

Das Abitur ist quasi die Eintrittskarte an die Universitäten hier in Deutschland oder in Europa. Und damit kann einem so viel im späteren Berufsleben geboten werden. Daher finde ich, dass man sich diese "Eintrittskarte" hart erkämpfen sollte. Es sollte nicht so leicht zu bekommen sein. Ich finde das Abitur soll wie eine Art Hürde sein, die man als junger Mensch bewältigen muss. Die erste Hürde im Leben! Von daher sähe ich ein schwereres Abitur angebrachter, als ein Abi, was viel leichter aufgebaut ist. Das soll jetzt nicht herablassend klingen, sondern ist nur  meine Meinung dazu. 

Tatsächlich diskutieren die Bildungsminister in ganz Deutschland schon seit Jahren über das Thema "Einheitliches Zentralabitur". Eigentlich sollte dies schon im Jahr 2014 erfolgt sein, aber bis heute hat diese Idee nicht funktioniert. Nun endlich, im Schuljahr 2016/17 soll es so weit sein und alle Bundesländer sollen einheitlichere Prüfungen bekommen. Natürlich geht es nicht vollständig, dass jedes Bundesland die selben Prüfungen bekommt, aber ähnliche Aufgabenstellungen könnten schon dabei sein. Ich bin sehr gespannt, wie das ganze funktioniert. Und vielleicht wird ein gleiches Abitur nicht mehr lange eine Utopie sondern Realität sein. 

Wie seht ihr das? Sollte das Niveau vom Abitur heruntergeschraubt werden und damit auf einer Welle von den anderen sein? Oder soll das Niveau auf das schwerste angepasst werden? Was denkt ihr, ist ein einheitliches Abitur angebracht oder sollte das alles so sein, wie es momentan ist? Und vor allem, wenn ihr Abitur gemacht habt, in welchem Bundesland habt ihr es absolviert und wie waren Eure Erfahrungen zu dem Thema?

Ich bin sehr auf Eure Meinung gespannt!

Alles Liebe und hoffentlich

Kommentare:

  1. Ich habe letztes Jahr in NRW Abi gemacht und hatte dabei die beiden LK Klausuren und dazu noch eine schriftliche und eine mündliche Prüfung. Das lief bei mir auch alles besser als erwartet, muss ich sagen. NRW gehört wohl zu den Bundesländern mit den geringeren Anforderungen und ich sehe es aber auch so, dass es ein bestimmtes Niveau haben sollte, was nun mal wirklich nicht jeder erreichen kann, wenn er sich keine Mühe gibt. Ich hatte Mitschüler, die das ganze Jahr über nichts getan haben, sich auf die Prüfungen auch kaum vorbereitet haben und ihr Abi trotzdem bekommen haben. Sowas finde ich dann unangebracht, wenn ich ganz ehrlich bin. Auch wenn man selbst natürlich erst mal froh ist, wenn es leichter war als erwartet, hast du schon recht. Man sollte dafür kämpfen müssen.
    Ich hätte mir allerdings immer gewünscht, dass bei uns nur die Prüfungsleistung zählt. Mir hat meine Mitarbeitsnote nämlich von Anfang bis Ende immer alle Noten runtergezogen, weil ich einfach verdammt ungerne spreche und mich dazu einfach nicht überwinden konnte. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich auch was besseres geschafft als meinen Schnitt von 2,6. Der normale Zeugnisschnitt lag nämlich dank der mündlichen Noten immer so um die 3 herum bzw. war noch schlechter.
    Interessant, mal von deinen Erfahrungen zu lesen :)

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    1. Genau das sehe ich auch so. Ich gehörte ehrlich gesagt selbst zu denen, die nicht immer Hausaufgaben gemacht und gerne mal geschwänzt haben, aber das liegt eben auch daran, dass ich gemerkt habe, dass das geht und keine Konsequenzen hat. Meine Einstellung war einfach: wieso die Mühe machen, wenn es andere auch nicht tun und es auch ohne geht? Wäre das nicht so gewesen, hätte ich mich zwangsläufig mehr anstrengen müssen und wäre rückblickend viel zufriedener damit gewesen.
      Genau das ist es aber, was ich super finden würde. Wenn nur die Prüfung zählt, hat man zumindest die Chance, die bisherigen Noten "auszulöschen", wenn sie nicht so gut waren. Natürlich ist es dann umso schlimmer, wenn die Prüfung dann gar nicht funktioniert. Eine Zwischenlösung wäre da natürlich perfekt, sodass dann beispielsweise nur die bessere Note zählen würde, aber so läuft das ja leider nicht.
      Danke für die ausführliche Antwort und liebe Grüße!

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    2. Oh ja das kenne ich. Wie oft ich mich dazu motivieren musste HAs zu machen oder sonst was, weiß ich nicht. Ich musste mir manchmal selber ganz schön in den Hintern treten, um ja nicht abzufallen. War nicht immer einfach.

      Das stimmt. In diesem Punkt gebe ich dir Recht. Da ist nur die Prüfungsleistung wirklich gut. Ich sehe es aber auch so wie du, dass eine Zwischenlösung wirklich besser wäre. Das wäre echt zu schön.

      Liebe Grüße, Caterina

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    3. Liebe Jacquy,

      ich danke dir herzlich für deinen ausführlichen Kommentar und es ist wirklich sehr schön ein wenig von deinen Erfahrungen zu lesen.

      Du hattest also nur 4 Prüfungen, die du absolvieren musstest, dass hätte ich auch lieber gemacht. Denn so glaube ich, hätte ich nicht so den extremen Druck in quasi allen Fächern in die Prüfung zu gehen. Da stand ich teilweise echt extrem unter Druck, wie du dir sicherlich vorstellen kannst.

      Solche Mitschüler kenne ich leider auch. ich muss sagen, dass unsere Abiklasse, die wohlgemerkt nur aus 10 Schülern bestand - am Ende- absolut motivationslos waren und genau mit der Einstellung rangegangen ist, wie die, die du auch kennst. Es ist einfach absolut ungerecht. Viele bei uns machten Abi, weil halt Abi und haben sich dafür auch nicht wirklich angestrengt.

      Ich kann dir aus meinen eigenen Erfahrungen sagen, dass, wenn nur die reine Prüfungsleistung zählt, man das ganze Jahr auf diese Leistung fixiert ist. FÜr mich war es wirklich schlimm, vor allem dann zu den mündlichen Prüfungen. Wenn es Fächer sind, wo man gut drin ist, und man eigentlich weiß, dass man da durchaus eine zweistellige Note bekommt, dann finde ich diese Regelung echt gut, aber bei solchen Problemfächern, steht man nochmehr unter Druck. Für mich war das wirklich nicht die Glanzlösung. Aber man möchte ja immer das haben, was man nicht hat. Jetzt im Nachhinein bin ich ziemlich froh, dass nur die Prüfung zählte, weil wenn ich mir manchmal die Vorprüfung oder generell meine Noten anschaue, dann hätte ich bei weitem nicht das Ergebnis geschafft, was letztendlich bei mir auf dem Zeugnis steht. Z. B. hätte ich in Mathe niemals eine 2 geschafft, wenn ich mein Vorabi mit dazuzähle, denn das habe ich richtig verhauen. Da war ich sehr erleichtert, dass da nur die Prüfung zählte.

      Schön, dass dir der Beitrag gefallen hat und danke für deine Erfahrungen!

      Liebe Grüße, Caterina

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  2. Prüfungen, seit der 9. Klasse muss ich mich fast jedes Jahr damit auseinander setzen und es wird in den nächsten zwei Jahren nicht besser. Ich habe kein Abi, aber ich finde auch, dass das Niveau eher nach oben gehen sollte.
    Dazu müssten aber auch die Lehrpläne in jedem Bundesland angepasst werden. Es wäre ja ziemlich unfair gegenüber denen, die bisher die leichteren Prüfungen hatten, wenn sie den Stoff wie bisher vermittelt bekommen und im Abi dann viel mehr verlangt wird, als sie überhaupt lernen konnten. Das gleiche gilt übrigens auch für den Haupt- und Realschulabschluss (ich habe meinen in Thüringen gemacht).
    Bis dahin wird es aber meiner Meinung nach noch etwas dauern.

    Toller Beitrag und liebe Grüße
    Luisa

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    1. Hallo liebe Luisa,

      ich danke dir für deinen Kommentar :)

      Prüfungen sind echt nichts feines, aber sie gehören einfach mit dazu. Dass du seit der 9. Klasse quasie jedes Jahr Prüfugen ablegen musst ist echt krass.
      Ich glaube das könnte genau das Problem werden. Es ist zwar leicht zu sagen, dass das Abi vereinheitlicht wird, aber die Umsetzung wird das eigentliche Problem bzw die Herausforderung sein. Ich glaube heutzutage ist es sowieso schwierig ein annäherndes Zentralabi einzuführen, denn genau wie du es sagst, es it dann ziemlich unfair, wenn die schüler, die die ganzen Jahre ein "leichteres" Abi gemacht haben, plötzlich auf einem ganz anderen Niveau arbeiten müssen. Ich glaube auch, dass bzgl des Themas noch ein paar Jahre ins Land ziehen werden.

      Liebe Grüße, Caterina

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  3. Meine Schwester hat die erste Stufe dieses "einheitlichen Zentralabiturs" erlebt. Sie musste in Mathe einen Teil ohne Taschenrechner schreiben. Was ich befremdlich fand, weil dadurch ein Teil der höheren Mathematik gar nicht abgefragt wurde. Unsere Aufgaben waren entweder gar nicht zu rechnen ohne Taschenrechner oder nicht in der Zeit zu schaffen ohne.

    Aber ein wirkliches Zentralabitur wäre glaube ich nicht zu machbar. Nur wenn nur die Prüfungsleistung zählt und die Klausuren extern bewertet werden. Allerdings hatte ich auch das Problem, dass ich z.B. in Bio grundsätzlich an meiner Lehrerin vorbeigeredet zu haben. Neben meinen Klausuren standen massenweise Fragezeichen und sie hat selbst (mir und anderen Lehrern gegenüber) zugegeben meinen Gedankengängen nicht folgen zu können. Das sei ihr zu hoch o.O

    Mein Abitur wäre übrigens mit nur Prüfungsleistung wesentlich schlechter gewesen. Habe grade mal ausgerechnet: 11,8 Punkte im Durchschnitt, 11,28 bei doppelter Wertung der SPK wie in NDS momentan vorgeschrieben. Und im Abi hatte ich eine 1,7 :)

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Liebe Lena,

      vielen Dank für deine Worte :) Es ist echt schön, wie wir alle hier ins Gespräch kommen.

      Mathe ohne Taschenrechner und das im Abi o.O Da stimme ich dir zu, sehr befremdlich. Wenn ich mir meine Prüfung noch mal ins Gedächtnis rufe, wäre ich bei der Prüfung ziemlich gestorben, wenn ein Teil ohne TR gewesen wäre. Und ich sehe es genau wie du. Meine Aufgaben konnte man einfach nicht ohne TR oder Tafelwerk rechnen. Wir hatten in der Realschulprüfung einen solchen Teil, aber das waren auch tatsächlich Aufgaben, die man lösen konnte ohne Hilfsmittel, aber im Abi? Das ist echt krass. Wo hat denn deine Schwester ihr Abi gemacht?

      Ja das mit dem Zentralabi wird ziemlich schwierig es umzusetzen. Zum einen muss man die Lehrpläne in jedem Bundesland komplett umstellen und sich darauf einigen, welche Fächer wo geprüft werden sollten. Und dann kommt natürlich hinzu, dass wir 16 Bundesländer haben und dann müssten wir alle zeitgleich die Prüfungen absolvieren und das ist ja nicht machbar.

      In Bio hatte ich genau das andere Extrem. Dass was mir die Lehrerin vermittelt hat, war mir an manchen Stellen zu hoch, da saß ich dann teilweise mit Millionen Fragezeichen im Gesicht da. Aber ich finde, das Abi soll dazu dasein, dass man als Schüler zeigen kann, wie man mit welchen Prozessen umgeht und ich finde gerade in solchen Naturwissenschaftlichen Fächern ist das ganz besonders wichtig.

      Du hattest dein Abi auch in zwei Jahren gemacht, oder?

      Alles Liebe,
      Caterina

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    2. Huhu,

      meine Schwester hat genauso wie ich in Niedersachsen Abi gemacht. 2015, also letztes Jahr.

      Jep, Ich hatte zwei Jahre Abitur und wie in NDS vorgeschrieben 5 Prüfungsfächer davon 3 auf erhöhten Anforderungsniveau aka Leistungskurse und 1 war mündlich. Offiziell hatten wir auch ein Profiloberstufe, aber an unserer Schule waren es so organisiert, dass wir fast alles frei wählen konnten :D

      Liebe Grüße,
      Lena

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  4. Ah, da ist der Post, auf den ich mich gefreut habe :).

    Ich hab mein Abi letztes Jahr in Berlin geschrieben, wo das irgendwie ganz anders abläuft.

    Erstmal zählen bei uns ins Abi zu 2/3 die Noten der beiden letzten Schuljahre (also bei G8 11.&12. bzw. bei G9 12.&13.) und zu 1/3 nur die Prüfungen. Deswegen war ich schon mal richtig verwirrt davon, dass du in nur einem Jahr Abi machen konntest. Das hieße ja entweder, dass bei euch im Abi nur der Stoff von einem Jahr abgefragt wird (was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann) oder generell der Stoff der ganzen Schulzeit, sodass ihr also schon in den Jahren vor dem Abi-Jahr fürs Abi gearbeitet habt. Wenn man mal so darüber nachdenkt, ist es ja irgendwie auch bescheuert, dass bei uns nur Inhalte der letzten zwei Jahre abgefragt werden. Zum Abi hin sollte man ja alles aus der gesamten Schulzeit können.
    Ist es bei euch generell so, dass nur die Noten der Prüfungen zählen, oder nur bei Waldorfschülern? Das find ich nämlich echt fies, weil man sich dann, wie du schon sagst, mit einem Blackout echt viel von der Abinote versauen kann.

    Was die Fächer betrifft, gibt es bei uns auch zwei Leistungskurse (à 5h die Woche) und der Rest sind Grundkurse (à 3h die Woche, Ausnahme Sport, da waren es nur 2).
    Wir hatten auch jede Menge Vorhaben, was wir wählen und worin wir Prüfungen schreiben mussten. Man musste zB von Mathe, Deutsch und einer Fremdsprache mindestens zwei in den Abiprüfungen nehmen, ebenso wie eine Gesellschaftswissenschaft.
    Allerdings hatten wir weniger Prüfungen nämlich 2 schriftliche in den LKs, eine schriftliche im GK, eine mündliche im GK und eine in einem GK kombiniert mit einem anderen Fach, in der wir entweder eine Facharbeit schreiben oder eine Präsentation halten mussten. Diese Prüfung hat mit Abstand am meisten Arbeit gemacht, war aber meine liebste, weil ich sie auch für eine sinnvolle Vorbereitung auf die Uni und aufs Berufsleben halte.
    Terminlich liegen die schriftlichen zentral für ganz Berlin nah bei einander, aber die mündliche und die Präsentation kann die Schule legen, wann sie will, weshalb die beiden bei uns angenehm weit weg von den anderen lagen.


    Ich hab auch in Deutsch (GK für mich) und Geschichte (LK) Abi geschrieben und hatte Englisch mündlich. Bio war meine Präsentation. Und mein zweiter LK, in dem ich eine schriftliche Prüfung hatte, war Französisch.
    Meine Prüfungen sind alle echt super gelaufen, wobei wir in Geschichte von 16 möglichen Themen ausgerechnet eins bekommen haben, mit dem wir uns nicht so ausführlich im Unterricht befasst hatten, weil wir dafür keine Zeit mehr hatten. Aber wir waren auch der erste Jahrgang, der in Berlin Geschichte Zentralabitur geschrieben hat, also war man wohl nachsichtig mit uns ^^.
    Generell hatte ich das Gefühl, dass unsere Lehrer in den normalen Klausuren viel strenger gewesen waren, als das Abi letztendlich war. Ich hatte in 3/5 Fächern im Abi bessere Noten als sonst und in den anderen beiden die gleiche.

    Ist ja süß, dass ihr eine Rose zur mündlichen Prüfung bekommen habt :). Wir haben unsere erst zur Verleihung der Zeugnisse bekommen.

    Das klingt auch, als könntest du auf deine Leistung stolz sein :). Du hast viel dafür getan und es ist doch ein guter Schnitt.

    Meinst du mit "Nochmal würde ich das Jahr allerdings nicht machen.", dass du es, wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, nicht machen würdest, oder dass du nicht jetzt nochmal ein solches Jahr machen wolltest? (Mit anderen Worten: Bereust du die Entscheidung fürs Abijahr?)

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    1. Liebe Charlie,

      wow, damit habe ich nun nicht gerechnet o.O du hast zwar gesagt, dass du zu dem Thema viel erzählen kannst, aber damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Aber es freut mich wahnsinnig, dass du so viel geschrieben hast :)

      Es ist bei uns so, dass zwar tatsächlich mehr oder weniger nur der Unterrichtsstoff aus dem Abijahr relevant ist, aber wir haben quasi schon seit der 10. Klasse Abiturstoff im Lehrplan. Zwar nicht so intensiv, aber z. B. in Bio hatte wir ausführliche Bio-chemische Prozesse schon vorher, nur dann im Abi noch mal vertieft. Also, auch wenn wir das Abi nur in einem Jahr hatten und wir wirklich nur ein Jahr direkt darauf vorbereitet wurden, hatten wir Abistoff schon etwas länger. Nur damals wurde uns halt nicht so wirklich gesagt, dass das quasi schon die Vorbereitung aufs Abi ist.

      Ich wusste das bis eben auch nicht, deswegen habe ich mal nachgeschaut und es bei fast allen Waldorf bzw Rudolf Steiner Schulen in Deutschland so, dass wirklich nur die Prüfung als Note zählt. Und ja ich gebe dir Recht, das ist wirklich nicht so die Lösung. Gerade durch die Gefahr eines Blackouts. Unsere Lehrer meinten aber, dass es die letzten Jahre durch dieses System immer gute Leistungen erzielt wurden. Ich muss sagen, dass der Druck dadurch extrem hoch. Vor allem wenn du eine ganz bestimmte Note brauchst um genau das zu studieren. Vor allem mit den NC-Fächern ist dieser Druck, dass nur die Prüfung zählt echt unerträglich. Also ich kann es nicht unbedingt empfehlen.

      Ich habe schon oft gehört, dass es Schulen gibt, an denen man solch eine kombinierte Prüfung machen kann. Ich muss ehrlich sagen, so eine hätte ich auch gerne gemacht. Klar, es hängt dann extrem viel Arbeit damit zusammen, aber am Ende ist es wahrscheinlich genauso viel, wie wenn man für ein weiteres Fach paukt. Denke ich jedenfalls. Und klar, ich sehe es genau wie du, dass so eine Prüfung echt eine gute Vorbereitung auf die Uni ist.
      Vor zwei Jahren, also in der 12. Klasse hatte ich eine ähnliche Arbeit über Sprachgeschichte geschrieben. Ich glaube am Ende war es eine gute 35-seitige Belegarbeit Aber das zählte natürlich nicht als Prüfung, sondern war mehr eine zusätzliche Arbeit.

      Bei uns waren die mündlichen Prüfungen in ganz Sachsen-Anhalt vorgeschrieben. Da konnte die Schule leider nicht variieren. Wir hatten unsere Anfang Juni und zwei Wochen später war dann die Zeugnisausgabe. Also viel Zeit war dann auch nicht mehr. Wann hattest du denn deine schriftlichen?

      Wie konntet ihr in Geschichte 16 Themen behandeln? Bei uns war die Zeit schon knapp 3 ausführliche zu behandeln. Wir hatten auch mega Glück mit unserer Geschichtsprüfung. Bei uns kommen die Themen Industrialisierung, Nationalstaatenbildung, Nationalsozialismus und DDR-Geschichte dran bzw die wurden bei uns behandelt. Da unsere Zeit aber echt begrenzt war, haben wir die Staatenbildung nicht mehr geschafft und auf gut Glück gehofft, dass das Thema nicht drankommt. Und so war es dann auch! Aber so ein Glück muss man ja nicht immer haben.

      Wie lief denn bei euch das mit dem Zentralabitur? So ganz kann ich mir das nicht so vorstellen.

      Zur Verleihung selber haben wir dann eine Lilie oder so bekommen, so genau weiß ich das nicht mehr :D

      Mh, ich merke gerade, dass ich das vielleicht etwas ungünstig ausgedrückt habe. Also ich bin froh, dass ich das Abitur gemacht habe und bereue meine Entscheidung keineswegs, denn damit habe ich die allgemeine Hochschulreife, und das kann mir keiner nehmen. Und wenn ich nochmal vor der Entscheidung stehen würde, würde ich mich gleich entscheiden und das Abi machen. Nur es gab wirklich Phasen, die sehr an meinen Nerven gezerrt haben. Klar, das gehört dazu, nur der Stress war mir dann doch zu viel. Ich hoffe du weißt was ich meine.

      Liebe Grüße, Caterina

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    2. Ich habe auch erst gemerkt, wieviel ich geschrieben habe, als mir mitgeteilt wurde, dass mein Kommentar zu lang für das Feld sei ^^.

      Ich hatte meine schriftlichen am 15.4., 20.4. und irgendwann Anfang Mai soweit ich mich erinnere. Ich hatte Glück, weil französisch so weit hinten lag. Andere hatten alle drei Prüfungen innerhalb von 1,5 Wochen. Mündlich lag bei uns dann sogar erst Ende Mai und die Präsentation hatten wir Anfang März.

      Tja, das war etwas seltsam mit Geschichte. Also grob, was den behandelten Zeitraum angeht, hatten wir auch nur 4 Themen: Rom, die französische und die deutsche Revolution, Nazis und BRD/DDR. Also für jedes Semester ein Thema. Allerdings gab es davon jeweils etwa 4 Unterthemen, sodass man am Ende auf 16 kommt. Das war wirklich etwas utopisch. Und dann hatten wir auch noch zwei Lehrerwechsel im LK. Ein Unterthemen fürs 4. Semester war zB Denkmalanalyse, was wir nie gemacht hatten, und genau das kam dann dran. Hat keiner mit gerechnet ^^.

      Naja Zentralabi heißt ja nichts anderes, als dass alle Berliner Schüler, die zB IM Geschichte LK Abi schreiben, am gleichen Tag die gleiche Prüfung mit den gleichen Aufgaben schreiben. Das heißt natürlich auch, dass nicht mehr die Schule die Themen und Aufgabenarten, die im Abi rankommen, bestimmen konnte, sondern das vorgegeben war. Was dazu geführt hat, dass zB eine Aufgabenart abgefragt wurde, die die Lehrer selbst nicht ganz verstanden ^^. Zum Glück hab es 3 Ausgabenvorschläge, aus denen der Lehrer einen rausgenommen hat, und wir durften uns dann aus zwei einen aussuchen.



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    3. Hey Charlie,

      irgendetwas hat mich abgehalten, dir zeitnah zu antworten. Dafür entschuldige ich mich ganz doll bei dir. Ich habe es einfach total vergessen :(

      Daher jetzt.

      Ja im April hatten wir auch unsere Prüfungen. Bei uns ging es da auch schon am 19.04. los.

      Ich finde das echt merkwürdig, dass es selbst in Geschichte, wo man ja nicht viel ändern kann, denn ihr habt ja nicht plötzlich ne andere Geschichte als wir, warum alle Bundesländer da trotzdem nen anderes System haben, was im Abi am Ende behandelt wird. Rom hatten wir zum Beispiel gar nicht. Das verstehe ich echt nicht, aber naja, wird schon seinen Grund haben. Aber dann ist natürlich verständlich, wie ihr auf 16 Themen kommt.

      So was ist natürlich echt mistig, wenn genau das dran kommt, womit man am allerwenigsten rechnet.

      Das ist ja merkwürdig. Wenn das so ist, dann hätten wir ja in jedem Bundesland ein eigenes Zentralabi :D

      Ja das ist natürlich der Haken daran, wenn die Aufgaben festgelegt sind. Aber bei uns war es z. B. nie anders, da hatte unsere Schule gar keinen Einfluss auf die Themen oder Aufgaben. so gar nicht. Es ist für unsere Lehrer auch ne Überraschung, wenn die Prüfungen verteilt werden. Denn bis zum Zeitpunkt des Öffnens wissen sie selber nicht, was dran kommt.

      Liebe Grüße, Caterina

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  5. Teil 2 ^^:

    Also ich glaube, WENN es jemals ein bundesweites Zentralabi geben wird, dann wird es sehr schwer, das ans höchste Niveau anzupassen. Berlins Niveau ist zB echt nicht sehr hoch und da müsste ne ganze Menge getan werden, damit das mal klappt. Aber ein bundesweites Zentralabi wäre ja eh ein Projekt für viele Jahre. Alleine das mit der Anzahl an Prüfungen und der Gewichtung der Fächer in LK und GK müsste ja angeglichen werden.
    Ich wäre aber auf jeden Fall dafür, dass das mal angefangen wird, denn so ist es ja echt unfair mit der Bewerbung an Unis, bei denen nur nach dem Abischnitt gegangen wird, ohne zu gucken, wie dieser Schnitt zustandegekommen ist.

    Ich stimme dir aber zu, dass das Abi eine Herausforderung sein sollte. Ganz ehrlich, ich war manchmal echt sauer, dass Schulkameraden von mir, die nix ernst genommen und nie was für die Schule gemacht haben, am Ende mit nem 2er-Abi rausgegangen sind, während ich echt was für die Schule getan habe. Gut, ich habe auch ein besseres Abi als sie, aber mich nervt es auch, dass man hier das Abi quasi geschenkt bekommt.
    Zumal viele erst zu spät bemerken, dass sie jetzt zwar ein Abi haben, das aber für keinen Studiengang gut genug ist, der sie interessiert. Dann lieber durchfallen und das Abi später mit besserem Schnitt nachholen, wenn man wirklich weiß, was man will.
    Außerdem sieht man ja an den immer höher (bzw kleiner) werdenden NCs an den Unis, dass gar nicht genug Platz für die ganzen Studenten ist. Klar, mehr Unis wären gut, aber momentan gehen ja auch viele mit ihrem geschenkten Abi zur Uni, studieren da einfach was, um zu studieren, und nicht, weil es sie interessiert und nehmen anderen so die Studienplätze weg. Wäre das Abi schwerer, wüsste man seine Eintrittskarte zur Uni vielleicht mehr zu schätzen.
    Außerdem sind viele - was ja auch nicht schlimm ist - nicht für diese akademische Laufbahn gemacht, was aber jeder mit Abi irgendwie zu denken scheint.

    Wow, das war ein langer Kommentar :D. Aber ich hatte dir ja glaub ich schon gesagt, dass ich zu dem Thema eine Menge zu sagen habe ^^.

    Liebe Grüße,
    Charlie

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    1. Hallo Charlie (noch mal ;))

      Ich glaube das ist auch das Problem, warum das Zentralabi sich so lange hinzieht. Genau aus den Gründen, die du genannt hast. Und ich sehe es genau wie du, dass nur nach dem Durchschnitt geschaut wird, ist absolut unfair. Es gibt doch immer welche, die sich das alles einprügeln ein Top-Durchschnitt haben, aber sich in der Uni dann doch als weniger intelligent entpuppen.

      Ganz genau. Solche Leute kenne ich leider auch. Weißt du, wir waren von Anfang an eine recht kleine Abiklasse, zu Beginn gerade mal 14 und am Ende nur noch 10. Und trotzdem war ein großteil absolut faul. Und das finde ich absolut daneben. Viele von uns haben wirklich nur Abi gemacht, weil halt Abi und diese Einstellung ging mir ziemlich oft auf den Keks. Sehr oft hat dann meine eigene Motivation darunter gelitten. Trotzdem bin ich besser als der Klassendurchschnitt. Genau das ist es, das Abi sollte einem nicht geschenkt sein, sondern man muss dafür etwas tun.

      Das finde ich auch extrem zum Kotzen. Ich studiere doch nicht, um zu studieren, sondern um etwas im Leben zu erreichen. Deswegen fände ich z. B. solche Eignungsprüfungen an Unis besser, denn dann muss man nicht nur auf den Schnitt achten, sondern sieht wirklich, ob derjenige für den Studienplatz geeignet ist oder nicht.

      Ich danke dir vielmals, dass du so ausführlich über dieses Thema geschrieben hast. Es ist echt schön zu lesen, dass wir uns in vielen Punkten recht ähnlich sind und da auch gut einer Meinung sind :)

      Alles Liebe, Caterina

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  6. Hallo Caterina,

    ein toller Beitrag und wir hatten uns ja schonmal über dein Abi unterhalten, aber das das Ganze in nur einem Jahr zu meistern war - Respekt!

    Was das Abi angeht, finde ich es auch wichtig, dass es eine gewisse Anforderung darstellt und einem nicht "geschenkt" wird. Aus meiner Schulzeit (lang ist es her :) ) kenne ich auch Schüler, die kaum etwas getan haben, andere vom Lernen abgehalten/gestört haben und trotzdem ihren Abschluß bekamen. Das finde ich nicht in Ordnung. In unserer Gesellschaft wird so viel Wert auf Leistung und Qualität gelegt, daher sollte gerade das Abi und ein evtl. Studienplatz nicht einfach so zu erreichen sein. Wer studieren möchte, braucht einen hohes Anforderungsprofil, welches erreicht/gehalten und im besten Fall erhöht wird. Deshalb wäre ich bei einem einheitlichen Abi für die schwerste Hürde, aber dieses dann über 2 Jahre.

    Als ich meinen Betriebswirt gemacht habe, war dieses ebenfalls auf 1 1/2 Jahre neben dem Berufsalltag angelegt und jedes Leistungsfach war ein Prüfungsfach inkl. einer mündlichen Prüfung. Kurz vor diesen Prüfungen habe ich mir 2 Wochen Urlaub genommen, um den Stoff nochmals aufzufrischen und zu vertiefen. Was auch geholfen hat :)

    Liebe Grüße, drück dich,
    Uwe

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    1. Huhu lieber Uwe,

      ja stimmt, ich erinnere mich, dass wir uns diesbezüglich schon mal kurz unterhalten hatten.

      Absolut! Da sind wir ja einer Meinung. Und da finde ich es einfach blöd, wenn wir hier in Deutschland so viele verschiedene Versionen eines Abis hat, dass man das gar nicht miteinander vergleichen kann.

      Ich glaube diese Schüler kennt jeder. Ich hatte ja selber sehr viele in der Klasse, die selbst im Abi so gut wie nichts gemacht hatten und der Meinung waren, dass es reiche, wenn man erst im zweiten Halbjahr mit dem Lernen anfängt. Also nur zu den Prüfungen. Das konnte ich absolut nicht verstehen. Auch finde ich diese Einstellung affig, wenn man einem fragt warum er Abi macht und dann nur die Antwort kommt. Ich mach Abi, weil halt Abi, egal wie es ausfällt.

      So sehe ich das auch und du hast es wunderbar auf den Punkt gebracht! Deutschland ist in allem Möglichen ein Vorzeigeland, vor allem in Punkten wie Ordnung, Leistung und Pünktlichkeit, aber dass man dann so eine Regelung nicht hinbekommt ist wirklich daneben. Klar, ich kann mich jetzt hier tierisch darüber aufregen, wie ungleich und unfair das System hier in Deutschland ist, aber es dauert dann wahrscheinlich noch mal Jahre, ehe das so eingeführt wird, dass alle damit zufrieden sind.

      2 Jahre Abi und dann auf dem höchsten Niveau fände ich eine gute Lösung. Da bin ich der selben Meinung wie du. Da hat man dann nicht den "Ein- Jahres-Druck" auf den Schultern, sondern eher verteilt.

      1 1/2 Jahre finde ich absolut in Ordnung für eine Ausbildung. Anders hab ich das vor meinen mündlichen Prüfungen auch nicht gehandhabt. Wir hatten vorher 2 Wochen Pfingstferien und dann nur noch Konsultationen, bei denen wir nur noch zu den Fächern zur Schule mussten. Und in dieser Zeit habe ich den ganzen Stoff wie du, noch mal aufgefrischt und vertieft und wenn dann alles so weit vollständig war und ich alles halbwegs verstanden habe, ging es mit den Lernen los.

      Vielen Dank für deine Meinung zu dem Thema :)

      Fühle dich ebenfalls gedrückt <3 :*
      Deine Caterina

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  7. Guten Morgen Cata!

    Mit Abi etc. kenne ich mich leider gar nicht aus - soweit bin ich nie gekommen xD aber interessante Einblicke!

    Ich hab heute einen TAG für dich dabei, vielleicht findest du ja Zeit, um mitzumachen: http://blog4aleshanee.blogspot.de/2016/09/das-buecher-abc.html

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Alex :)

      schön, dass dir der Beitrag gefällt und danke fürs Taggen <3

      Sobald ich wieder mehr Zeit habe, werde ich an dem Tag Teilnehmen!

      Liebe Grüße, Caterina

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  8. Hallo liebe Cata,

    ein Zentralabitur würde ich allein schon wegen der Vergleichbarkeit befürworten. Wenn ein Abitur in einem Bundesland mehr wert ist bzw. mehr bedeutet als in einem anderen, dann stimmt irgendwas nicht. Umgekehrt ist es teilweise schwieri ger, ein Abi in einem Bundesland zu bekommen, als in einem anderen, die Auflagen sind total anders, die Bestimmungen für die Wahl der Prüfungsfächer ebenfalls. Zudem ist das dann innerhalb der Bundesländer teilweise noch schulabhängig.

    Ich unterstütze durchaus deinen Standpunkt, dass Abitur eine Hürde sein sollte, die man sich erarbeiten muss, dennoch würde ich nicht direkt sagen, dass das Zentralabitur dem schwersten angepasst werden sollte. Klar, es sollte nicht leicht sein.Aber ich würde einen gesunden Mittelweg mit Tendenz zu schwer befürworten.
    Dazu käme vielleicht die Frage, einer bundesweiten Wiedereinführung von G9, weil da einfach viel mehr Zeit für die Vorbereitung bleibt. Dann wäre ein schweres Abi auch denkbar. Sinnvoll finde ich auch, dass die Noten der Oberstufe mit in den Schnitt zählen, um einer Vollkatastrophe durch Blackout und Prüfungsangst zu entgehen. Das Problem hierbei ist nur, dass dann wieder viel lehrerabhängig ist.

    Schwieriges Thema, aber interessanter Einblick und eine gute Frage. ^^

    Liebe Grüße ♥

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    1. Huhu liebe Dana,

      oh ja, dieses Vergleichen ist wirklich nervig. Daher sehe ich ein Zentralabi durchaus angebracht. Da kann ich dir absolut zustimmen und ich verstehe deine Ansicht wirklich gut. Ich glaube man hätte sich mit diesem Thema schon viel eher genauer auseinander setzten sollen. Z. B. wäre nach der Wende vllt ein geeigneter Zeitpunkt gewesen. Denn ich glaube, je länger man damit wartet irgendetwas in Deutschland zu vereinheitlichen, umso schwieriger wird es sein, dies umzusetzen. Genau aus den Gründen, die du genannt hasst.

      Absolut, das wäre durchaus eine Lösung, wenn die Noten aus der Oberstufe mit dazugezählt werden. Nur dann wäre das Problem wieder, dass das ja nicht nur in jedem Bundesland, sondern an jeder Schule noch mal anders gestrickt wird. Und die Frage nach den Lehrer steht natürlich auch noch da. Alles ziemlich schwierig. Ich bin ja mal echt gespannt, was am Ende des gesamten Themas rauskommt.

      Alles Liebe, Cata

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  9. Hallo =) Ich muss hier auch meinen Senf dazu geben, ich habe alles gelesen inkl der Fragen. Nun zu meiner Meinung :D

    Ich habe mein Abi in Sachsen gemacht und wie bekannt ist, ist dass alles andere als leicht. Das Abitur von Sachsen-Anhalt haben wir in Sachsen immer belächelt. Schon seit der 11. Klasse werden alle Noten in die Gesamtnote eingewertet. Man kann nicht abwählen bzw fast gar nichts: Mathe oder Deutsch als LK, dann einen zweiten LK (entweder Physik, Sprache, Chemie oder je nach Schwerpunktschule auch Kunst oder Musik möglich, dann muss man mahcnmal aber noch einen dritten LK nehmen). Das sind jeweils 5h in der Woche.
    Dazu kommen noch alle GK mit jeweils 2h: Physik, Chemie, Reli oder Ethik, Biologie, das jeweils andere Fach (Mathe/Deutsch das sind dann aber 4h), eine weitere Sprache, Sport, Geschichte und dann kann man wählen aus: Info/Astro/Geografie/Gemeinschaftskunde und sich zwei aussuchen. Das müsste es sein. Dann kommen die Prüfungen: LK Prüfungen und dann natürlich das andere Grundfach (Ma, D) schriftlich. Und dann noch zwei mündlich. Daraus ergibt sich dann die Gesamtnote. Btw.: Zentralabitur gibt es schon etliche Jahre. Ich habe mein Abi 2013 gemacht , dass erste Jahr mit gemeinsamen Aufgaben etc pp und war danach 2014 in einer Schule für ein FSJ und habe das dort auch gesehen: das Zentralabi ist nicht an die "schwierigen" Bundesländer wie Bayer, Sachsen oder Bawü angepasst. Auch nicht an die "leichten" wie Sachsen-Anhalt, Bremen oder Berlin, sondern es gibt das Mittelding was gefunden werden muss. Und deshalb war es auch recht einfach für uns. Falls du mir es nicht glaubst, dass wir "ein und dasselbe" Abi geschrieben haben hier der Wikipedia Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralabitur Und vom Bund gibt es dazu glaube ich auch was.
    Ich finde das Zentralabi echt gut, auch dass mein einen einheitlichen Lesekanon anbietet ist gut. So gibt es keine vor und nachteile bei der Auswahl der neuen Studenten an den Unis wie es das mal gab. Jeder ist jetzt gleich. Abi ist halt Abi.
    Und zu den Matheprüfungen (mein Steckenpferd :D ): in Sachsen ist es so (mit dem Zentralabi auch woanders) das es einen ersten Teil für eine halbe (oder eine h?!) Stunde gibt, die ohne Taschenrechner ist. Und den Rest der 4 bzw 5 h je nachdem ob LK oder GK geht dann mit GTR (Grafikfähigen Taschenrechner) und Tafelwerk machen. http://www.schule.sachsen.de/6247.htm

    Falls du noch Rückfragen hast, gerne melden =) Ich wollte mal Lehrerin werden bis ich das FSJ an der Schule gemacht habe :D
    LG Conny

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    1. Liebe Conny,

      es tut mir gerade total leid, dass ich erst so spät dazu komme, deinen langen Kommentar zu beantworten. Bitte entschuldige...

      oje, jetzt muss ich erstmal durchblicken. Wie viele Fächer hattest du selber am Ende? Ich fand ja meine schon viel, also was die jeweilige Stundenanzahl der Woche angeht. Aber das was du hier beschreibst, klingt echt noch schlimmer, als bei uns in Sachsen-Anhalt. Chemie im Abi hätte ich niemals überlebt, vor allem weil es ein Fach ist, was mir so gar nicht liegt. Um es anders auszudrücken: Chemie war mein absolutes Hassfach! Und ich war echt erleichtert, als ich erfuhr, dass ich das nicht im Abi habe.

      Hast du dein FSJ auch in Sachsen gemacht?

      Ja das sehe ich auch absolut wie du, das Zentralabi ist wirklich gut, gerade weil es keine Vor-und Nachteile mehr gibt, bzw nicht mehr so viele, denke ich jedenfalls. Vor allem haben dann alle zukünftigen Studenten die selben Chancen auf einen Uniplatz.

      Oh je, komme mir bloß nicht mit Mathe -.- Ich könnte mir das echt gar nicht vorstellen im Abi ein Teil der Matheprüfung ohne TR zu machen. Ich fand es ja so schon schwer :/ Ich glaube, da wäre ich echt gestorben :D

      Was hat denn deine Meinung geändert? Warum möchtest du nicht mehr Lehrerin werden?

      Ich danke dir vielmals für deine Meinung! Es ist echt interessant, wie unterschiedlich das Abi überall ist.

      Liebe Grüße, Caterina

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    2. Ich weiß nicht wieviele ich am Ende nun wirklich hatte, aber sagen wie viele. Über zeh zwölf waren es sicher..
      Ich habe mein FSJ auch in Sachsen gemacht ja :D Und sagen wir so, ich habe schnell gemerkt, dass es mich auf Dauer nicht glücklich machen würde und damit auch nicht die schüler... mathe ist kein sehr dankbares fach, wenn die schüler schon mit der anerzogenen meinung an die sache ran gehen "mathe ist schwer, mathe kann ich nicht". Und musik ist so, dass viele es nur als Spaß sehen wie Kunst und es die wenigsten ernst nehmen. Und das wollte ich nicht. Außerdem trotz anderen Lehrplänen, Am Ende ist es immer wieder das gleiche. Und ich langweile mich schnell :D

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    3. das ist echt eine beachtliche Zahl an Fächern. Wenn man sich dann überlegt, dass du die Fächer über die Woche verteilt mit einer bestimmten Grundanzahl an Stunden hast, dann mag ich gar nicht wissen, wie fertig du dann manchmal warst :/

      oh, na wenn das so ist, kann ich deine Meinung absolut verstehen. Ich glaube Mathe wäre so oder so schwer, sich als Lehrer durchzusetzen. Mit Musik hatten wir aus eigener Erfahrung Lehrer, bei denen, wenn ich ehrlich zugeben muss, wir das Fach wirklich ernstgenommen hatten, da kann ich dich auch absolut verstehen.

      Was machst du denn nun stattdessen?

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Schön, dass du ein paar liebe Worte dagelassen hast, ich freue mich sehr darüber <3

Alles Liebe, Caterina

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