Rezension: Das zufällige Leben der Azalea Lewis von J. W. Ironmonger




   Infos zum Buch

   Titel: Das zufällige Leben der Azalea Lewis
   Autor: J. W. Ironmonger
   Übersetzer: Franca Fritz/ Heinrich Koop
   Verlag: script 5
   Seitenanzahl: 432
   Reihe: Einzelband
   ISBN: 978-3-7855-8332-6
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"Doch wir alle führen nun einmal ein Leben voller Kehrtwendungen und Verwicklungen und Wendungen und niemand vermag zu sagen, was möglicherweise gewesen wäre." S. 64

 

Klappentext 


Geschieht alles aus einem bestimmten Grund?

Diese Frage quält Azalea Lewis, deren Leben von unfassbar vielen Zufällen bestimmt scheint. Da sie befürchtet, dass ihr Lebensweg vorgegeben ist und sie ihr Schicksal nicht ändern kann, vertraut sie sich einem Experten für Zufälle an: Dr. Thomas Post. Als dieser beginnt, die Rätsel ihrer Vergangenheit zu entwirren, werden seine Überzeugungen von der Liebe, dem Leben und seine Statistiken völlig auf den Kopf gestellt.

 

Meine Meinung zum Buch


Gestaltung: Ich hatte bislang noch nichts von dem Buch gehört, geschweige denn von dem Autor gehört oder gelesen. Dementsprechend war meine Neugier sehr groß, als ich dieses Buch durch Zufall entdeckte. Die Idee mit dem Zufall gefiel mir von der aller ersten Sekunde. Selbst das Cover sprach für sich. Es ist so farbenfroh, und das hatte ich in der letzten Zeit selten. Jetzt im Nachhinein finde ich das Cover sogar sehr gelungen und wirklich passend zum Inhalt gestaltet. Der Titel sprach mich sofort an und ich wollte das Buch unbedingt lesen. Mein Entschluss stand dann letztendlich fest, als ich den sehr vielversprechenden Klappentext gelesen hatte, der mir Lust auf mehr machte.
"Wir lachen als Reaktion auf eine lustige Situation; wir lachen, um Stress abzubauen; wir lachen beifällig, um in das Lachen anderer einzustimmen. " S. 100
Einstieg: Der Autor beginnt sofort mit der eigentlichen Handlung und ich fand mich am 21. Juni 1982 wieder. Der Mittsommertag wird im Laufe des Buches immer wieder genauer beleuchtet und ich fand es sofort sehr gut gelöst, dass der Autor genau mit diesem Tag beginnt. Denn auf diesem Tag baut sich im Laufe der Kapitel die eigentliche Handlung, die erst 30 Jahre in der Zukunft spielt, auf. Das fand ich wirklich ausgesprochen gut gelöst von J. W. Ironmonger. Schon im ersten Kapitel zeigte mir der Autor wo es lang geht und ich war auch sogleich vom sehr angenehmen Schreibstil des Autors angetan. Er lässt die Handlung schon sehr spannend beginnen. Denn das Buch beginnt damit, dass ein dreijähriges kleines Mädchen auf einem Rummelplatz gefunden wird. Die kleine Azalea schloss ich augenblicklich ins Herz. Nach diesem doch recht langen einleitenden Kapitel springt der Autor in das Jahr 2012 und ich als Leser lernte den Zufallsexperten Thomas Frost kennen, von dem ich ebenso schnell angetan war. Der Autor zog mich sofort in den Bann und ich fand mich erstaunlich schnell in der Geschichte wieder.
"Und selbst wenn wir die Wahrscheinlichtkeitsquote für das Eintreffen eines ungewöhnlichen Ereignisses berechnen könnten, würde uns das nicht wirklich weiter-hefen. Wir alles sind das Produkt einer ganzen Fülle erstaunlich unwahrscheinlicher Ereignisse." S. 251
Charaktere: Das Buch wird durchgängig aus der dritten Person erzählt. Durch den auktorialen Erzähler, den der Autor für dieses Buch wählte, bekam ich oft viele Details, die die Figuren nicht erfuhren, oder erst nach und nach erfuhren. Der Autor wechselt die Perspektiven kapitelweise, so dass die Handlung mal aus der Sicht von Azalea und mal aus der Sicht von Thomas erzählt wurde.  Zunächst dachte ich, dass das in diesem Buch vielleicht nicht die angemessenste Erzählweise ist, aber ich bin jetzt im Nachhinein sehr froh, dass der Autor diese Erzählweise wählte. So erlebte ich die Figuren nicht nur aus ihrer eigenen Sicht, sondern auch aus der Sicht der anderen Figur. Ich konnte mich sehr schnell mit beiden verbinden und schloss sie sofort ins Herz. Beide sind so verschieden, aber doch verbindet sie eins: Der Zufall. Auf der einen Seite ist Azalea, die weiß, oder felsenfest der Meinung ist, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert und auf der anderen Seite Thomas, der alles wissenschaftlich belegen will. Beide sind so verschieden, aber ich liebte sie vom ersten Moment an. Immer wieder merkte ich wie authentisch die Figuren beschrieben wurden, so dass ich mich wunderbar in sie hineinfühlen konnte. Nicht nur die Chemie zwischen Azalea und Thomas funktionierte, sondern die Chemie zwischen mir und den Figuren war ebenfalls vorhanden.
"Es gibt keinen Gott. Oder möglicherweise ja doch. Niemand pfuscht an unserem Leben herum. Niemand zieht im Hintergrund die Fäden. Oder möglicherweise ja doch. Zufälle geschehen. Wünsche gehen in Erfüllung. Oder möglicherweise ja auch nicht. Es wird jedenfalls nicht bewiesen." S. 413
Handlung: Das Buch beginnt noch relativ ruhig, das ändert sich jedoch erstaunlich schnell. Schon ab dem Moment als die kleine Azalea auf der Bildfläche auftauchte war die Spannung da. Voller Neugierde verfolgte ich ihr von Zufällen überschüttetes Leben und schloss sie immer wieder ins Herz. Der Autor zeigte mir sehr schnell wo es lang geht, und dass das Buch vielleicht nicht unbedingt die leichteste Kost sein würde, aber das schreckte mich in keinster Weise ab, eher steigerte ich mich noch mehr in das Buch hinein. Es gab sehr ruhige Passagen, die sich fast durchgängig durch das Buch zogen, aber auch Momente in denen mich der Autor erneut schockierte. Ganz besonders durch die Schicksalsschläge, die die Protagonistin immer wieder erleben musste, baute der Autor Spannung ein, so dass ich förmlich an den Seiten klebte und das Buch nicht zur Seite legen wollte. Besonders zum Ende hin holte der Autor erneut alles hervor und konnte mich mit einem würdigen Finale gänzlich überzeugen.

Schreibstil: Der sehr angenehme, authentische und wirklich flüssig zu lesende Schreibstil ermöglichte mir, dass ich nicht länger daheim war und das Buch las, sondern dass ich ein Teil der Geschichte wurde. Er konnte mich schon sehr am Anfang in seinen Bann ziehen. Und dieser Bann blieb in diesem Buch durchgängig bestehen. Er konnte mich durchweg fesseln und vor allem begeistern. Ich entwickelte Mitgefühl für beide Protagonisten und schloss sie mehr denn je ins Herz. Ganz besonders gefiel mir wie wunderbar er das Thema Zufall oder Schicksal in dieses Buch einfloch. Der Autor bescherte mir durch seinen wunderbaren Schreibstil schöne Lesestunden.

 

Mein Urteil 

Ich bin wirklich zufrieden, dieses Buch gelesen zu haben. Ich wusste zunächst nicht so recht, was ich von diesem Buch erwarten sollte, da ich weder an Schicksal noch Zufall so wirklich glaube. Daher ging ich eher mit Neugierde an dieses Buch. Als ich es dann begann, war ich sofort von diesem Roman angetan und ich wollte es nicht mehr zur Seite legen. Der Autor konnte mich schon zu Beginn mit einem sehr angenehmen Schreibstil von sich überzeugen. Zunächst war ich ein wenig abgeschreckt, dass der Autor kapitelweise nicht nur zwischen den Figuren hin und her springt sondern auch in der Zeit. Aber das bereitete mir ganz und gar keine Probleme. Ich konnte mich ganz wunderbar in die Geschichte einfinden und fühlte mich dort wohl. In diesem Buch sind sehr starke Charaktere zu finden, die ich beide gleichermaßen ins Herz schließen konnte. Dieses Buch ist für mich rund um gelungen und ich vergebe 5 von 5 Welten.

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Schön, dass du ein paar liebe Worte dagelassen hast, ich freue mich sehr darüber <3

Alles Liebe, Caterina

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