Rezension: Denn niemand wird dich finden von Claire McGowan

Infos zum Buch
Titel: Denn niemand wird dich finden
Autor: Claire McGowan
Verlag: Goldmann
Seiten: 470
Reihe: 1/?
ISBN: 978-3-442-48096-8
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 "Selbstmorde waren am schlimmsten. Sie hatte immer geglaubt, sie könnte die Morde nicht ertragen, die Hinterbliebenden, den Horror, das Warten, ein auf der Straße entführtes Kind. Aber nein, dies hier war noch übler. Der Schock in den Augen der Eltern. Nicht irgendein Ungeheuer hatte dies getan, sondern das eigene Kind. Eltern waren normalerweise nicht in der Lage, ihr Kind in dieser Hinsicht  zu verstehen. So etwas überstand keiner unbeschadet." S. 182

 

Klappentext 

Als zwei Mädchen in Nordirland verschwinden, wird die forensische Psychologin Paula Maguire, eine Expertin für Vermisstenfälle, um Hilfe gebeten. Widerwillig verlässt sie London, um in ihre Heimatstadt Ballyterrin zurückzukehren. Umgeben von Menschen und Orten, die sie vergessen wollte, wird sie bald in in einen düsteren Strudel aus Gerüchten und Geheimnissen hineingezogen. Und schließlich erkennt Paula eine schreckliche Wahrheit: Schon seit Jahrzehnten verschwinden junge Frauen aus der Umgebung spurlos. Unter ihnen auch Paulas Mutter ...

Meine Meinung zum Buch

Gestaltung: Zunächst fiel mein Blick wie immer auf das Cover. Es verrät rein gar nichts vom Inhalt und lässt den Leser noch im Dunkeln tappen. Der Farbverlauf, der von außen nach innen immer heller wird, gefiel mir sehr gut, aber der Falter, der in der Mitte prangt, für den konnte ich keine Verbindung herstellen. Ich dachte, vielleicht erfahre ich im Buch, was es damit auf sich hat. Aber da wurde ich enttäuscht. Ich weiß bis jetzt immer noch nicht, was es damit auf sich hat. Der Klappentext jedoch, brachte mich dazu das Buch zu lesen. Die Thematik "Verschwinden" finde ich sehr interessant und somit zog mich der Text sofort in den Bann. Es klang vielversprechend und spannend.

Einstieg: Beginnen tut das Buch mit einem sehr gut geschriebenen Prolog, in dem der Leser einen guten Einblick in die Thematik bekommt. Wir befinden uns mitten in einem Vortrag der Psychologin Paula Maguire, die sich über dieses Thema auslässt. Schon der erste Satz, versprach mir mehr und ich war sehr interessiert und gespannt, wie das Buch wird. Der Prolog ist sehr kurz gehalten, aber dennoch sehr aussagekräftig.

Protagonisten: Ich brauchte ziemlich lange, ehe ich mich mit der Hauptprotagonistin Paula Maguire verbinden konnte. Wahrscheinlich lag es an ihrem Alter. Mit ihren anfang Vierzig ist sie deutlich älter als ich selber, vermutlich war die Zeitspanne einfach zu groß. Sie ließ mich anfangs kalt, ich nahm sie nur als Charakter wahr, der einfach seine Geschichte erlebt. So zog es sich sehr lange hin. Irgendwann kam dann der Wendepunkt, wo ich Mitgefühl für sie empfand und sie besser verstand. Durch die Sicht des Beobachters konnte ich auf sie herabschauen, ihre Gefühle, Empfindungen und ihren Tatendrang von außen erleben. Erst ab der Hälfte des Buches, konnte sie mich immer wieder überraschen, mit ihrem Ehrgeiz überwältigen und durch ihre Art begeistern. Ich lernte sie besser kennen, erfuhr ihre Vergangenheit und wieviel ihr dieser Fall der beiden verschwundenen Mädchen bedeutet. Vereinzelt hatte ich Momente, wo sie mir sehr egoistisch vorkam, aber diese verflog wieder und ich erfuhr, warum sie so gehandelt hatte. Im Laufe der Geschichte tauschten jedoch immer mehr Figuren auf und ich vermischte die einzelnen Charaktere und wusste bald nicht mehr, wer wohin gehörte.

Handlung: Mich zog die Handlung sehr schnell in den Bann und ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen. Zunächst befand ich mich mit Paula in London, aber da verweilt sie nicht lange und wird in ihre Heimat gerufen. Nach Irland. Dort angekommen, ließ mich die Autorin sofort ein Teil der Geschichte werden. Ich merkte schnell, dass Paula dort am liebsten verschwinden wollte, weil es sie zu sehr an ihre Mutter erinnert, dennoch macht sie sich gefasst und geht dem Fall der zwei verschwundenen Mädchen nach. Umso steifer  sie anfangs noch an die Sache heranging, desto interessanter wurde der Fall dennoch für sie. Sie steigerte sich immer mehr rein und entwickelt Mitgefühl, Interesse und starke Neugier, die immer weiter wuchs. Mich konnte die Handlung sehr schnell begeistern, durch den Beobachter, der die Geschichte erzählt, konnte ich sehr gut in die Geschichte eintauchen, miterleben und beobachten. Irgendwann erreicht die Handlung einen Punkt, in dem sich die Ereignisse überschlagen und sich sehr oft wiederholen. Das warf mich aus der Bahn und hat mich manchmal etwas gelangweilt. Es kamen dann Momente in denen ich dachte, och nö, nicht schon wieder... Leider zog sich das bis zum Ende hin, so dass das Buch im Laufe der Geschichte an Spannung verlor.

Schreibstil: Der Schreibstil konnte mich fesseln und schnell mitreißen. Die Autorin hat die Thematik Verschwinden sehr gut in eine Geschichte eingebaut. Immer wieder überraschte sie mich mit Taten, Gedanken, Geschehnissen, konnte mich aber dennoch schnell begeistern. Durch ihre Art zu erzählen, wuchs meine Vorstellungskraft mit jeder Seite mehr. Leider nahm das im Laufe der Geschichte ein wenig ab, so dass es zum Ende hin vereinzelt eintönig wurde. Allerings muss ich sagen, dass sie mich am Ende doch noch überraschen konnte. Ich dachte es wird alles aufgeklärt, aber da hat sich die Autorin etwas anderes gedacht, denn das Ende endet sehr abrupt und es kommen einige Fragen auf. Wird es einen zweiten Teil geben, ja oder nein?

Mein Urteil

Was soll ich sagen? Der Klappentext hat mich defintiv davon überzeugt, dieses Buch zu lesen. Schon der Prolog konnte mich überzeugen und ich verfolgte die weitere Geschichte mit großer Neugier. Alles fing sehr ruhig an, jedoch nahm die Spannung mit jedem Kapitel immer mehr zu. Ich erfuhr wie Paula Maguire lebte, fühlte, arbeite und was tief in ihrem Inneren vor sich ging. Die Handlung konnte mich schnell mitreißen, jedoch hielt es sich nicht bis zum Ende. Im Laufe der Geschichte sackte die Spannung ab, um ganz am Ende noch einmal vorzukommen und mich ziemlich überrascht zurückließ. Das Thema Verschwinden, ließ mich nicht mehr los und ich war gespannt, wie es im nächsten Kapitel weitergeht. Das Buch hatte seine Momente, in denen ich am liebsten vorblättern wollte, weil ich es vor Spannung kaum aushielt, aber auch Momente, in den ich vorblättern wollte, weil es nur noch Wiederholungen gab und der Reiz verloren ging. Leider. Dennoch konnte es mich die meiste Zeit überzeugen und es war ein spannender Lesegenuss. ABER  geht es weiter mit Paula? Jedenfalls klingt es so, irgendwie.
Ich vergebe 4 von 5 Welten!

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Schön, dass du ein paar liebe Worte dagelassen hast, ich freue mich sehr darüber <3

Alles Liebe, Caterina

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