Ferne Gedankenwelt Kapitel 6

Ich habe gleich noch ein Kapitel geschrieben. Ich werde zwar nicht da sein, wenn es veröffentlicht wird, aber was solls. Ich möchte einfach, dass die nächste Woche nicht langweilig wird und die Seite so langweilig wirk, weil ich nichts poste. Genau aus diesem Grund habe ich mir gedacht das 6. Kapitel zu veröffentlichen.

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Kapitel 6

Ich wurde wach, als ich die Stimme meiner Mom vernahm. Sanft rüttelte sie mich wach. Ich öffnete ganz verschlafen die Augen. Mir schmerzte der Rücken. Am vorigen Abend habe ich es nicht mehr ins Bett geschafft und habe mich auf den Boden hingelegt. Das Foto lag immer noch in meiner Hand und das Fenster war geöffnet. Ich war mir nicht sicher, ob Mom es geöffnet hat, oder ich es gestern vergessen hatte zu schließen. Die Gardine wehte in mein Zimmer hinein. „Jo, wieso hast du hier auf dem Boden geschlafen?“, fragte Mom mich, während sie mir auf die Beine half. Ich streifte einen kurzen Blick zum Spiegel. Mein Gesicht hatte viele Abdrücke und meine Augen waren ganz verquollen. Und meine Haare waren eine reine Katastrophe.
Mit einer zarten Bewegung strich mir Mom die zerzausten Haare aus dem Gesicht. „Los komm, spring unter die Dusche. Ich sag´s zwar ungern, aber gut siehst du heute nicht aus. Ich mache dir derweil dein Frühstück.“
Mom gab mir einen Kuss auf die Stirn und verließ das Zimmer. Ein Windstoß brachte mich zum Frösteln. Immer noch müde schloss ich das Fenster. Ich erhaschte einen kurzen Blick aus dem Fenster. Dicke graue Wolken hingen im Himmel. Und es war windig. Die Bäume bogen sich ein wenig durch den starken Wind. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und mein Atem wurde schneller, als ich für eine Millisekunde, das Wesen von gestern sah. Ich rieb mir die Augen und schaute wieder hin. Es war verschwunden. Vermutlich spielte mir die Müdigkeit einen Streich. Ich schüttelte irritierend den Kopf. Mein Atem wurde wieder gleichmäßiger.
Ich suchte mir meine Sachen zusammen und ging ins Bad.
Als ich fertig geduscht war, umgab mich eine große Dampfwolke. Ich ging zum Spiegel, um diesen vom Dampf zu befreien. Bevor es dazu kam, verschlug es mir für kurze Zeit den Atem. Auf dem Spiegel standen folgende Wörter: ´Das gestern war erst der Anfang.´ Völlig verängstigt starrte ich auf den Spiegel. Langsam verblasste die Schrift und ich schaute in mein Gesicht, auf dem der Schock immer noch geschrieben stand. Ich schluckte den Kloß im Hals herunter. „Jo? Wie weit bist du, dein Essen ist fertig!“ Moms Stimme brachte mich wieder in die Wirklichkeit. Schnell zog ich mich an, rubbelte kurz meine Haare trocken und ging nach unten.
Der Duft von Rührei kam mir entgegen. Erst da bemerkte ich, dass ich einen großen Hunger hatte. Ohne viel Gezöger, setzte ich mich neben Mom und genoss mein Frühstück. Ich ließ mir nichts anmerken. Mom schwieg und ich ebenfalls. Zwischen uns lag eine gewisse Spannung. Das fröhliche Geplauder am Morgen fehlte heute ganz. Ich schaute kurz auf die Uhr und verschluckte mich an meinem Brot. Ein Hustenanfall überkam mich. Mom klopfte mir besorgt auf den Rücken. Langsam beruhigte ich mich wieder. „Ich muss los, Mom, sonst komme ich zu spät.“ Ich wollte schon aufspringen, aber meine Mutter hielt mich am Unterarm fest. „Ich bring dich zur Schule.“ Verdattert schaute ich sie an, aber dann setzte ich mich wieder hin und nickte.

Während ich neben Mom saß und innerlich über Moms schlechte Fahrkünste meckerte, würdigte sie mir kein Blick. Seit dem Vorfall gestern Abend war sie irgendwie anders. Meine Mutter überfuhr etliche rote Ampeln und erntete dafür Beleidigungen. Ich schaute sie an, aber sie starrte nur auf die Straße. In der Ferne auf der rechten Seite sah ich schon meine Schule. Ich räusperte mich. „Ähm, Mom, du kannst mich hier schon raus lassen.“ Sie ignorierte mich und fuhr weiter. „Mom.“ Meine Stimme wurde etwas lauter. Ein Seufzer entwich mir. Ich schaute aus dem Fenster und betrachtete die vorbei sausende Landschaft und die Häuser. Wir näherten uns der Schule immer mehr, aber Mom machte keine Anstalten anzuhalten. Ich schaute wieder zu ihr. Ihre Finger verkrampften sich. Mit einer ruckartigen Bremsung hielt sie direkt vor dem Haupteingang. „Steig aus.“ sagte sie grimmig. Ich musste die Stirn runzeln. „Jo, steig aus.“ „Tschüss, Mom. Bis später.“ Ich wollte ihr einen Kuss geben, aber sie drehte sich zur Seite. Durcheinander sammelte ich meine Sachen zusammen, stieg aus dem Auto und knallte die Tür zu. Ich drehte mich um und schon brauste Mom davon.


Eure Caterina

Kommentare:

  1. Hey,

    wollte nur bescheid sagen, dass das Interview heute offen ist und wollte fragen, ob das so okay ist. =)

    leider komme ich in der nächsten Zeit nicht dazu die Geschichte weiter zu lesen, werde es aber sobald wie möglich nachholen und wieder ein paar Kommentare da lassen =D

    AlLes Liebe
    Luisa

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    Antworten
    1. Das Interview finde ich echt toll und es gefällt mir sehr gut :)

      Und die Geschichte ist ja online, also kannst du sie lesen, wenn du die Zeit dazu hast. ;)

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  2. Ich habe deinen Blog in der Blog Vorstellung gefunden und finde ihn echt schön. Jetzt hast du eine neue Leserin.
    Liebe Grüße
    Ellen
    http://schillernde-libellen.blogspot.de/

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Schön, dass du ein paar liebe Worte dagelassen hast, ich freue mich sehr darüber <3

Alles Liebe, Caterina

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