Ferne Gedankenwelt Kapitel 4

Ja endlich geht es weiter. Ich habe Euch zwar schon viel eher die Fortsetzung verspochen, aber es ist irgendwie immer was dazwischen gekommen. Naja ich halt Euch nicht weiter auf...

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Kapitel 4

Es regnete. Ich fuhr langsamer. Die Scheibenwischer spielten verrückt und sehen konnte ich trotz der Mühe nicht. Es goss wie aus Eimern. Und bis nach Hause dauert es noch eine Weile. Der Regen prasselte auf das Dach. Einerseits klang das Prasseln unheimlich, aber andererseits war es ein sehr angenehmes Geräusch. Die Straßen waren nass und ich hatte meine Sorge, dass der Wagen durch die nassen Straßen wegrutscht. Ich fuhr an den Straßenrand und hielt an.
Der Regen wurde mehr. Das Auto stand am Waldrand und der Wald wirkte viel unheimlicher als er es sonst tut. Hier würde ich mich nun eine Weile aufhalten müssen, bis der Regen nachlässt. Ich griff nach hinten, um meine Tasche zu holen. Genau in dem Moment, sah ich etwas großes durch den Wald huschen. Im nächsten Moment war es hinter den Bäumen verschwunden. Mein Atem wurde schneller. Das einzige Geräusch gab der Regen von sich und es war keine Menschenseele unterwegs, außer mir. Ich schüttelte des Kopf und holte meine Tasche. Ich durchwühlte meine Sachen fand mein Handy aber nirgends. Verdammt. Mom macht sich bestimmt schon Sorgen. Das Treffen mit Jane hat sie wegen des Wetters sicherlich abgesagt. Ich legte meine Tasche auf den Beifahrersitz und schaute aus der Windschutzscheibe. Nervös trommelte ich mit den Fingern am Lenkrad. Aus den Augenwinkeln bemerkte ich eine Bewegung. Ruckartig drehte ich mich in die Richtung und erschrak.
Hinter einer Baumgruppe, auf der anderen Straßenseite stand ein dunkler Schatten. Es sah ungeheuer aus. Und das Etwas bewegte sich nicht und schaute – so hatte ich das Gefühl – in meine Richtung. Mein Herz begann zu rasen. Mit zittrigen Händen startete ich den Motor. Vergebens. Mein Auto sprang nicht an. Wieder schaute ich in die Richtung, wo das Etwas stand. Es war nicht da. Ein Seufzer des Erleichterns entwich mir. Ich versuchte mein Auto ein weiteres Mal zu starten. Und ich schrie auf. Das Wesen stand direkt vor mir. Ich konnte nicht erkennen, wer oder was es war. Es hob den Arm und deutete auf mich. Ein grauenhafter, schmerzerfüllter Schrei durchbrach den Regen. Ich presste mir die Handflächen auf die Ohren und schrie. Der Schrei des Wesens, war grauenhaft und meiner angsterfüllt. Diese beiden mischten sich unter den Regen.
Ich zitterte. Und hielt inne. Mein Kopf war immer noch nach unten gerichtet. Die Hände immer noch auf die Ohren gepresst. Mit einer Hand startete ich den Motor erneut. Dieses Mal funktionierte es. Das Auto konnte aber nicht vorwärts fahren. Ich trat das Gaspedal noch weiter nach unten. Mist. Ich hatte mich festgefahren. Ich schaute vorsichtig in den Rückspiegel. Und da war es wieder. Das Wesen hatte den Kopf gesenkt und eine Kapuze auf. Mein Herz schlug mir immer noch bis zum Hals. Es war gar kein Etwas, sondern ein menschliches Wesen. Zumindest war es der Körper eines Menschen. Der Mensch oder was es auch war, hob langsam dem Kopf. Bevor ich auch nur sein Gesicht sehen konnte, machte das Auto einen Satz nach vorne. Entsetzt schrie ich auf. Den Wagen hatte ich nicht unter Kontrolle. Es wurde immer schneller, obwohl ich nichts machte. Verzweifelt versuchte ich das Lenkrad zu bewegen, aber auch das brauchte ich nicht. Ich schaute in den Rückspiegel, die Person war verschwunden.
Das Auto raste weiter die Straße entlang. Immer noch versuchte ich das Auto zu stoppen oder es wenigstens unter Kontrolle zu kriegen.
Und auf einmal blieb das Auto stehen. Mitten auf der Straße, ohne dass ich auch nur einen Finger gekrümmt habe. Ich musste schlucken. Ich durchwühlte meine Taschen erneut, obwohl ich wusste, dass das Handy nicht da war. Ich erstarrte. Das Handy lag auf dem Amaturenbrett. Mit zitternden Händen wählte ich Moms Nummer. Gleich nach dem ersten Klingeln nahm sie ab. Meine Stimme bebte als ich ihr das Erlebnis erzählte. „Bleib wo du bist, ich hole dich ab.“
Nach weniger als Zehn Minuten hielt ein Taxi neben mir und Mom stieg aus. Ich rannte zu ihr und sie schloss mich in ihre Arme. „Ich hatte solche Angst, Mom,“ flüsterte ich an ihre Schulter. Wir standen im Regen und Mom strich mir beruhigend über den Rücken. „Alles ist gut, ich bin bei dir,“ wisperte sie in mein Haar. Aber ich wusste, nichts ist gut und ich wusste, dass das erst der Anfang war, bei was es auch sein mag.

Eure Caterina

Kommentare:

  1. Irgendwie mag ich deine Geschichte total - den Schreibstil, die Handlung, die Spannung und die Charaktere! :) Freu mich schon auf das nächste Kapitel!!

    Liebe Grüße, Selina :)

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Schön, dass du ein paar liebe Worte dagelassen hast, ich freue mich sehr darüber <3

Alles Liebe, Caterina

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